CHAdeMO, CCS oder AC? – Wir bringen Ordnung ins Ladechaos.

 

In dieser Folge geht es darum, wie der Strom ins Auto kommt. Wir geben dabei Antworten auf die wichtigsten Fragen und erklären die Unterschiede zwischen den verschiedenen Ladesystemen. Dabei gehen wir auf das asiatische CHAdeMO-System, das europäische CCS und die Schnellladung mit Wechselstrom ein. Was sind die Vor- und Nachteile der einzelnen Systeme? Warum gibt es überhaupt verschiedene System und welches System wird sich am Ende durchsetzen?

Jérôme Brunelle und Jana Höffner versuchen ein bisschen Ordnung in die unübersichtliche Welt des Ladens zu bringen. Aber wer es bisher geschafft hat, keinen Diesel in seinen Benziner zu schütten, wird auch mit den verschiedenen Ladesteckern zurecht kommen.

Typ2 Wechselstrom

Typ 2 (Dreiphasen-)Wechselstrom mit bis zu 43 Kilowatt. Der Typ 2-Stecker ist der europäische Standard-Stecker für Elektrofahrzeuge. An einer Typ 2 Ladesäule mit 43 Kilowatt Leistung ist ein Renault ZOE in 30 bis 60 Minuten wieder vollgeladen.

CCS

Combined-Charging-System (CCS) ist der europäische Schnellladestandard. BMW, VW, Opel und Hyundai nutzen diese Technik. CCS kann mit bis zu 50 Kilowatt Gleichstrom laden. Damit sind die Fahrzeuge in etwa 30 Minuten wieder vollgeladen. Theoretisch sind bei CCS heute Leistungen bis 150 Kilowatt möglich. Derzeit gibt es jedoch kein Fahrzeug, das mit dieser Leistung laden kann. Für 2017 ist der Bau eines Korridors von den Niederlanden bis Österreich mit 350 Kilowatt CCS-Ladesäulen geplant. In Deutschland gibt es zurzeit knapp 600 CCS-Ladesäulen (Österreich: 140, Schweiz: 100). Es kommen aber wöchentlich neue hinzu.

CHAdeMO

CHAdeMO ist der asiatische Schnellladestandard. Diesen Stecker verwenden unter anderem Nissan, Mitsubishi und Kia. Dieser Standard ermöglicht es mit Gleichstrom mit Leistungen bis 100 Kilowatt zu laden. Auch damit sind die Autos in gut 30 Minuten wieder vollgeladen. Bis auf den Kia Soul EV, der mit maximal 62 Kilowatt laden kann, laden heute alle CHAdeMO-Fahrzeuge mit maximal 50 Kilowatt. Auch CHAdeMO plant Leistungen bis 350 Kilowatt. In Deutschland gibt es derzeit etwa 450 CHAdeMO-Ladesäulen (Österreich: 130, Schweiz: 115). Auch hier kommen wöchentlich neue Stationen hinzu.

Weltweit gibt es über 13.000 CHAdeMO-Ladesäulen. Mit knapp 7.000 stehen über die Hälfte in Japan. Daher liefern die deutschen Hersteller in Japan ihre Elektrofahrzeuge mit CHAdeMO aus.

Moderne Schnellladesäulen bieten in der Regel alle drei Ladesysteme an. So können alle modernen Elektroautos schnell wieder ihren Akku füllen.

Tesla Supercharger

Supercharger heißen die Schnellladesäulen von Tesla. Sie können derzeit mit maximal 145 Kilowatt den Akku laden. Damit kann das Auto in 30 Minuten genug Strom für 220 bis 270 Kilometer laden. Da es zur Markteinführung des Model S kein genormtes Ladesystem gab, das die für Tesla erforderlichen Leistungen zur Verfügung stellen konnte, hat Tesla ein proprietäres System entwickelt. In Europa, Asien und Ozeanien nutzt Tesla dabei den Typ2-Stecker. In den USA benutzt Tesla einen selbst entwickelten Stecker. Auch Tesla plant die Supercharger auf bis zu 350 Kilowatt Leistung aufzurüsten und damit die Ladezeiten deutlich zu verkürzen.

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