Erstes Fahrsicherheitstraining für Elektroautos mit der Verkehrswacht Vaihingen an der Enz.

Nur wenige Kilometer pro Stunde machen den Unterschied. Das war eine der wichtigsten Erkenntnisse der Teilnehmer des ersten gemeinsamen Fahrsicherheitstrainings von Electrify BW e.V. und der Verkehrswacht Vaihingen an der Enz. Lässt sich der vorgegebene Ausweichparcours noch mit 50 Kilometer pro Stunde einfach bewältigen, landen die Fahrzeuge bei einer nur gering höheren Geschwindigkeit alle in den Hindernissen und Leitplanken. Auf dem Verkehrsübungsplatz bestehen diese aber zum Glück nur aus weiß-roten Pylonen. Vom Think City über Nissan Leaf, VW eGolf, Kia Soul EV, Renault ZOE und Fluence  bis zum Tesla Model S rutschte eine breite Palette an Elektroautos über den Vekrehrübungsplatz in Vaihingen an der Enz.

Zehn Fahrerinnen und Fahrer absolvierten auf dem Verkehrsübungsplatz Slalomfahrten, Notbremsungen und Ausweichmanöver. Das Highlight war sicher die Schleuderplatte. Fährt ein Teilnehmer mit dem Auto über die Schleuderplatte, versetzt diese die Hinterachse. Das Fahrzeug bricht aus und muss auf einer glatten Fläche vom Fahrer wieder unter Kontrolle gebracht werden. Kein leichtes Unterfangen, denn hier muss blitzschnell richtig reagiert werden. Und das braucht Übung. So dauert es bei manchen einige Runden, bis sie ihr Fahrzeug nach der Schleuderplatte wieder unter Kontrolle bringen können.

Gibt es einen Unterschied zu Verbrenner-Fahrzeugen?

Vor dem Training stand die Frage im Raum, ob sich Elektroautos in Extremsituationen anders verhalten würden, als Verbrennerfahrzeuge. Denn bei einem Elektrofahrzeug ist das Gewicht anders verteilt und liegt der Schwerpunkt deutlich tiefer. „Ich konnte keinen Unterschied feststellen“, stellt Trainer Joachim Asal nach dem Training fest. Auch der Teilnehmer Michael Bär, der mit Verbrennerautos schon zahlreiche Fahrsicherheitstrainings absolviert hatte meint nach dem Training: „Ich war positiv überrascht, dass es sich fährt wie ein ganz normale Auto – gerade im Grenzbereich.“ Vorsicht sei jedoch geboten in Bezug auf die Beschleunigung und bei bestimmten Situationen, „Es gibt Situationen, wo man vorsichtig mit dem Gaspedal umgehen muss. Da kann es in Notsituationen schon mal passieren, dass man ein Quäntchen zu viel Gas gibt“, ergänzt Fahrtrainer Joachim Asal.

Für Andreas Gayde brachte das Sicherheitstraining eine ganz andere Erkenntnos: „Ich war negativ überrascht davon, wie schlecht die Energiesparreifen auf dem Golf sind. Auf trockener Fahrbahn sind sie wunderbar, aber auf dieser rutschigen Fahrbahn sehr grenzwertig.“ So waren dann auch seine wichtigsten Erkenntnisse, dass er neue Reifen kaufen muss und „Es ist wichtig, dass man regelmäßig ein Fahrsicherheitstraining macht.“ Vor allem nach einem Fahrzeugwechsel. „Ich bin eine Übung, nachdem ich sie mit meinem Renault ZOE gemeistert habe, mit dem Tesla Model S gefahren und in den Pylonen gelandet. Das zeigt wie wichtig es ist, dass man regelmäßig solche Trainings macht, vor allem wenn man das Fahrzeug wechselt“, sagte Teilnehmerin Jana Höffner.

Üben, üben, üben

Kommt man in täglichen Straßenverkehr in eine brenzlige Situation, ist oft keine Zeit darüber nachzudenken, wie man reagiert. Auch daher ist es wichtig, das richtige Verhalten in der sicheren Umgebung eines Fahrsicherheitstrainings regelmäßig zu üben und es im Notfall blitzschnell abrufen zu können. „Ich bin jahrelang Autos ohne ABS gefahren und habe damals in einem Fahrsicherheitstraining gelernt, wie ich ein solches Auto in Extremsituationen behandeln muss. Das hat mich mehr als einmal vor einem Unfall und vielleicht auch schlimmeren bewahrt“, stellt Kursteilnehmerin Jana Höffner abschließend fest.

Die schönste Erkenntnis des Tages hatte aber Fahrtrainer Joachim Asal „Es war schön ruhig und ich gehe heute nicht mit einem dröhnenden Kopf heim wie sonst oft.“ Man kann sich vorstellen, welcher Lärm herrscht wenn etwa zwanzig Verbrennerfahrzeuge mehrere Stunden lang stark beschleunigen und abbremsen.

Wenn Interesse besteht organisiert Electrify BW e.V. weitere Sicherheitstrainings für Fahrerinnen und Fahrer von Elektrofahrzeugen. Sprechen Sie uns einfach an.