Werner Hillebrand-Hansen berichtet von der eTour Europe und Electrify BW meistert seinen ersten Messestand.

Noch in Gründung haben wir mit dem Verein die erste große Veranstaltung auf die Beine gestellt und erfolgreich über die Bühne gebracht. Mit unserem ersten Messestand waren wir vom 18. bis 20. März 2015 auf der Elektrotechnik-Messe „Eltefa“ in Stuttgart. Der Bundesverband Solare Mobilität (BSM) hat uns als Untermieter auf seinem Stand aufgenommen und auch das Messemobiliar gestellt. Auf 80 Quadratmetern präsentierten wir neben unserem Verein eine „Volkswallbox“ den vollelektrischen Transporter Nissan e-NV200, das Heimspeicherkonzept von E3DC das Lastenrad Stuttgart und das erste Stuttgarter Velotaxi. Am Donnerstag zeichnete Leben mit der Energiewende TV zwei Sendungen auf unserem Messestand auf.

Höhepunkt war am Donnerstagabend unsere kleine Standparty mit Werner Hillebrand-Hansens Vortrag zu Elektroauto-Europarundfahrt eTourEurope. Werner Hillebrand-Hansen ist der Kopf hinter der Rundfahrt. Sie hat zwar ein vergleichsweise kleines Teilnehmerfeld, doch führt die Rundfahrt an neun Tagen durch neun europäische Hauptstädte und legt dabei gut 4.100 Kilometer zurück. Im Schnitt sind die Tagesetappen 450 Kilometer lang. An den Etappenzielen gibt es dann Roadshows unter dem Motto 1000 EVs in Motion. Eingeladen sind alle Elektrofahrzeuge aus der Umgebung. Ziel ist es, dass sich insgesamt 1000 Elektrofahrzeuge an den Sternfahrten beteiligen. Vergangenes Jahr waren es bereits 670 Fahrzeuge, die zu den einzelnen Roadshow kamen.

Die eTourEurope 2015 startet am 8. Mai in München. Bis zum 17. Mai geht es dann in einem Rundkurs durch Europa. Die Etappenziele sind Basel, Luxemburg, Paris, Brüssel, Amsterdam, Bremen, Berlin, Prag, Bratislava, Budapest und Wien.

Langstrecken sind kein Problem für Elektroautos

Bei der Tour wird aber nicht nur um des Fahrens Willens gefahren. Die eTourEurope soll zeigen, dass Elektromobilität schon heute Realität ist. Die Tour im vergangen Jahr hat schon gezeigt, dass die Autos keine Probleme mit den großen Distanzen in so kurzer Zeit haben. Und es braucht dazu nicht unbedingt einen Tesla mit über 400 Kilometern Reichweite. Stimmt die Ladetechnik und die Infrastruktur können auch Autos mit kleineren Akkus durchaus mit den Teslas mithalten. Die Ergebnisse der vergangenen Tour zeigen, dass die schnellste Zoe etwa 40 Prozent länger brauchte als der schnellste Tesla. Die Herausforderung für die Fahrerteams bei der Tour ist es, die ideale Routen- und Ladestrategie zu finden, um die jeweilige Etappe in möglichst kurzer Zeit zu schaffen.

Gewonnen hat im vergangenen Jahr natürlich trotzdem ein Tesla Model S. Das Team bildete eine Familie aus den Niederlanden – inklusive Filius und Großmutter. Sie benötigten für die gesamte Strecke gut 56 Stunden Fahrtzeit.

Die Tour ist auch ein Lackmustest für die Ladeinfrastruktur in Europa. „Wir haben natürlich einige weiße Stellen in Europa, wo man nicht ohne weiteres mit dem E-Mobil fahren kann“, stellt Hillebrand-Hansen dann auch in seinem Vortrag fest. Überraschend ist jedoch, wo diese Flecken sind. „Das ist ganz extrem vor und nach Paris. Also zwischen Luxemburg und Paris und Paris und Brüssel. Zwischen Hamburg und Berlin und Berlin und Dresden“, so Hillebrand-Hansen. Auf diesen Strecken gibt es keine öffentlichen 22 Kilowatt Ladestationen. Auf diesen Strecken organisiert das eTourEurope-Team Lademöglichkeiten für das Teilnehmerfeld. „Dann kommen wir von Dresden nach Tschechien, da haben wir wieder Strom. Da ist es einfacher für den E-Mobil Fahrer.“ Die Hauptstadt des Leitmarktes für Elektromobilität ist also nur sehr schwer mit einem Elektroauto zu erreichen.

Roaming kommt in Fahrt

Mit der Frage nach den Ladesäulen stellt sich auch die Frage nach dem Zugang. Im vergangenen Jahr habe man noch über 30 Ladeinfrastruktur-Partner gehabt. „Da hat sich die vergangenen zwölf Monate enorm was getan. Es gibt heute zum Beispiel von The New Motion eine Karte, mit der Sie 15.000 Ladestationen europaweit freischalten können“, so Hillebrand-Hansen, „so etwas wäre vergangenes Jahr noch gar nicht denkbar gewesen.“

Für Electrify BW geht Stefan Krüger bei der diesjährigen eTourEurope mit seiner Renault ZOE an den Start.

Zum Vortrag fanden sich gut 70 Zuhörer auf unserem Stand ein. Für das leibliche Wohl sorgte die Stuttgarter Maultaschen-Rikscha. Diese bekam Ihren Strom übrigens aus einem Mitsubishi Outlander. Ein Inverter, wie ihn Peter Siegert im vergangen Monat auf seinem Vortrag vorgestellt hat, lieferte über den CHAdeMO-Anschluss des Outlanders den Strom für die Maultaschen aus der Fahrbatterie.

Ein besonderer Dank geht an den Bundeverband Solare Mobilität, der uns den Messeauftritt ermöglicht hat, an alle die bei der Vorbereitung der Messe sich die Nächte um die Ohren geschlagen haben und an den Messetagen nicht müde wurden, bei den Messebesuchern für die Elektromobilität zu werben und den zahlreichen Standbesuchern Rede und Antwort standen. Kaum ist die erste Messe rum, steht mit der auto-motor-sport i-Mobility vom 9. bis 12. April schon die nächste Messe ins Haus. Wer uns bei den Vorbereitungen und auch an den Messetagen am Stand unterstützen möchte, kann sich gerne bei uns melden.

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Die Präsentation zum Vortrag (PDF)

Bilder: © Thomas Igler