Die Marke Borgward soll wiederbelebt werden. Doch was soll die neuen Borgwards antreiben? Doch nicht etwa Benzin?

Ein Beitrag von Stefan Krüger

Es soll also Stuttgart werden und man will „in Kürze“ 800.000 Autos pro Jahr produzieren. Anfangen will man mit einem SUV. Da kann man nur sagen: „Mutig!“. Die sehr magere Nachrichtenlage sagt leider fast nichts zu den weiteren technischen Details aus. Insbesondere zur Frage des Antriebskonzeptes wird konsequent geschwiegen.

Automobilexperten gehen durchaus davon aus, dass in den kommenden fünf Jahren einige neue Automobilmarken am Fahrzeughimmel erscheinen werden – den globalen Überkapazitäten zum Trotz. Die Experten gehen aber auch davon aus, dass keiner dieser Hersteller ein Fahrzeug mit einem konventionellen Verbrennungsmotor herausbringen wird, sondern dass alle konsequent auf Elektroantrieb setzen werden. Diese neuen Marktteilnehmer werden überwiegend aus dem Bereich Entertainment/Internet vermutet. Beispiel Apple, Google, Samsung. Der Grund ist einfach: diese Unternehmen sind nicht durch geistige und finanzielle Investitionen in Erfindungen von gestern belastet, sie können frei von dem Zwang „das haben wir schon immer so gemacht, damit haben wir ein gutes Geld verdient“ neue Lösungen entwickeln. Der Erfolg von Tesla spricht da Bände. An diesem Beispiel kann man aber auch sehen, welcher enorme Aufwand notwendig ist, um ein neues Produkt im Markt zu etablieren.

Leider deutet im Moment nichts darauf hin, dass es bei Borgward um Lösungen für die dringende Frage geht, wie wir Mobilität ohne Emissionen von CO2, Feinstaub und Lärm gestalten können. Die etablierten Fahrzeughersteller haben darauf so gute Antworten wie die Kodak auf die Digitalfotografie. Wird sich Borgward dem entziehen?

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Bild: Borgward Isabella TS (Bild: WikiCommons, jeremyg3030, CC BY).