Electrify-BW – Der Podcast #12: Fahrverbot!

Ein Verbotsschild für Autos und Motorräder in Dresden. Bild: flick.com/Denis De Mesmaeker CC BY-NC-ND)
Ein Verbotsschild für Autos und Motorräder in Dresden. Bild: flick.com/Denis De Mesmaeker CC BY-NC-ND)

Jérôme und Jana bekommen sich beim Thema Fahrverbote in die Wolle.

 

In dieser Folge dreht es sich hauptsächlich um mögliche Fahrverbote für Verbrennungsfahrzeuge in Städten. Jérôme und Jana diskutieren heftig über das Für und Wider und nehmen dabei unterschiedliche Standpunkte ein. Während es Jana nicht schnell genug mit Fahrverboten gehen kann, hat Jérôme den Blick für das große Ganze.

Auch noch in dieser Folge. Ein kurzer Rückblick auf den Autogipfel des baden-württembergischen Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann (Grüne), die aktuellen Zulassungszahlen und ein Ausblick auf das Emobilitätstreffen in Horb am Neckar am 9. September. Jérôme möchte nicht weniger als 100 Elektroautos zusammenbekommen.

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(4) Kommentare

  1. Moin aus Hamburg!
    Für mich eine der besten Folgen. Während eures gesamten Disputs dachte ich ständig „Ja, hat er recht.“, „Stimmt, was sie sagt.“, „Da hat er ’nen Punkt.“, „Völlig richtig, ihre Empörung.“.
    Seit 1995 habe ich mich immer wieder erfolglos bemüht, endlich elektrisch mobil zu werden. (Endlich hat es dann mit einem 2012er Leaf geklappt.)

    Ich teile Janas Gefühl, nun lange genug verarscht zu werden. Die Überlegenheit des Antriebs ist evident und Batterietechnik ist nicht die erste Innovation, die der Standort Deutschland verschlafen hat, gestützt von bräsiger Politik, die ihren Job verweigert, indem sie keine Rahmenbedingungen setzt. (Und damit zur Gesundheitsgefährdung ganzer Städte beiträgt.)

    Aber ich bin auch Pragmatiker und weiß, wie der Wettkampf Kopf gegen Wand meist endet. Da bin ich dann wieder bei Jérome.
    Das ganze Thema hat eben auch soziale Komponenten, nicht nur bezüglich derer, die sich Sauberes noch nicht leisten können, sondern auch im Hinblick auf Arbeitsplatzabbau bei Herstellern und Werkstätten, letztlich auch durch Bilanzverluste der Konzerne, deren Verbrenner-Patente obsolet werden.

    Eure flammende Diskussion hat in mir beide Aspekte ausgeleuchtet: Die Notwendigkeit, nun endlich mit der Technik aus’m Quark zu kommen und die Notwendigkeit, diese Transformation sozialverträglich zu gestalten.

    Fest steht: Würden CO2 und NOx lila Pickel auf Autolack hinterlassen, wären wir längst weiter.

    Grüße
    André

  2. Die Nummer mit dem On-Off-kostenlosen Supercharging von Tesla war abzusehen. Schon mit der Verlängerung des Bestellfrist bis Mitte Januar war klar: Tesla ist im „Sale“-Business, sprich: das Ködern von Kunden durch künstlich schein-verknappte „Sonderangebote“. Nur wenn die Frist glaubwürdig sein soll, dann bricht danach der Umsatz ein. Also muss man wieder „Sonderangebote“ machen. Aus der Nummer kommt Tesla nicht mehr raus. Denn zum einen muss man sich als Kunde verarscht vorkommen und zum anderen: warum jetzt kaufen, wenn es irgendwann wieder eine Rabatt-Sonderangebot-Aktion kommen muss?
    Man sollte seine Kunden eben nicht für zu blöd halten.
    BTW auch die besten „Sonderangebote“ von Tesla eliminieren nicht die „deal breaker“: zu groß, hoher Preis, keine AHK beim Model S. Model X – viel zu groß!

  3. Danke Jerome für Deine wesentlich differenziertere Betrachtung der deutschen künftigen Elektroautos, als am letzten Dienstag nach dem Mercedesvortrag. Grüße, UW4E
    Freu mich auf Horb (wenn auch E Motorräder hin dürfen 😉 )

  4. Die Frage, wie man „die Leute“ dazu bekommt, Entscheidungen zu treffen, die für uns als Gesellschaft vorteilhaft sind, ist einfach: Man muss es ihnen einfach machen. Wenn ich möchte, dass Menschen in einer bestimmten Weise handeln, muss ich ihnen das einfacher machen als ihr bisheriges Handeln.
    Alles andere funktioniert einfach nicht oder nicht ausreichend – weder in Effizenz, noch in Reichweite oder Intensität. Menschen sind Gewohnheitstiere, ja. Aber Menschen sind auch faul („energiebewusst“). Wenn dein Weg einfacher ist als der bisherige, wird sich der Großteil auf deinen Weg einstellen.

    Dazu können Verbote in einer Übergangszeit sinnvoll sein. Aber wenn ich weniger Autos haben will, muss natürlich die Infrastruktur stimmen und der ÖPNV verlässlich funktionieren – nicht nur zu 95%, sondern so dicht an 100% wie möglich. Und der Übergang vom privaten Fortbewegungsmittel zum ÖPNV muss möglichst einfach sein.

    Ich bilde mir ein, ein Hersteller hätte sowas schon entwickelt, aber ich verstehe nicht, warum man davon nicht mehr am Markt sieht:
    Reine E-Autos sind von der Infrastruktur für die nächsten Jahre jedenfalls noch nicht so einfach für alle umzusetzen. Auch das „Problem“ der Reichweite und/oder Aufladung mit üblichen Akku-Konzepten wird noch etwas brauchen.
    Wenn man als Grundgerüst ein reines E-Fahrzeug nimmt und mehrerer großer Akkus, nur einen kleinen Akku und einen möglichst effizienten und kleinen Verbrennungsmotor (+ Tank, natürlich) verbaut. Der kann soweit optimiert werden, bei einer bestimmten Umdrehung zu laufen und dabei möglichst wenig Treibstoff zu verbrauchen bzw. möglichst umweldschonend zu laufen. Außerdem kann die gesamte Abgasreinigung auf diese Paramter angepasst und optimiert werden, was ja einen Teil des sog. Abgaskandals ausmachte.

    Das ist dann kein wirkliches E-Auto, sondern nur ein Hybrid. Aber solange ein guter Teil unseres Stromes aus Kohlekraftwerken kommt, ist die Debatte zweitrangig. Erst einmal das ändern, was schon geht. Aus Gründen des Umwelt- und Gesindheitsschutzes, wie aber auch des Materialverschleises usw. ist es unsinnig, so weiterzumachen, wie bisher. Der Motor ist eh schon hochoptimiert, verpackt und elektornisch gesteuert. Warum der nicht auch schon selbst miniaturisiert wurde, ist mir schleicherhaft. Als Energiequelle kann der Verbrenner gut und gerne noch eine Zeit weiterleben, aber als direkte Antriebsquelle ist er aus dem Rennen.

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