Electrify-BW – Der Podcast #13: Smarte Seilbahnen in Salzburg?

Blick auf Salzburg von der Festung Salzberg.
Blick auf Salzburg von der Festung Salzberg.

Jana war in Salzburg, Jérôme bekommt Kontra zu seiner Seilbahnidee und alles zum neuen Smart ED.

 

In dieser Folge machen sich Jérôme und Jana einen Lenz. Denn es gibt gleich drei Interviews in diesem Podcast – bleibt also kaum Zeit für die beiden zum Ausschweifen und Streiten.

Jana war in Salzburg auf dem 4. ZOE Treffen des ZOE-Club Austrias. Dort hat sie Craig Tonge und Jan-Bart Spang getroffen. Ein Engländer und ein in Irland lebender Niederländer, die von Coventry in den englischen Midlands in einer alten Renault ZOE bis nach Salzburg gefahren sind. Craig ist Vorsitzender des Renault ZOE Owners & Z.E. Club. Jan-Bart ist Mitglied in der Irish EV Owners Association. Auf ihrer Reise haben sie 1.800 Pfund – etwa 2.065 Euro – für das Myton Hospiz in Warwick gesammelt.

1.400 Kilometer in 33 Stunden

Jana konnte die beiden kurz interviewen. Da das Interview naturgemäß auf Englisch ist, gibt es hier eine Übersetzung:

Jana: Hallo, Willkommen in Salzburg. Ihr seid aus Großbritannien bis nach Salzburg gekommen. Und das in einer „alten“ Renault ZOE mit einer 22 Kilowattstunden-Batterie?

Craig: Das stimmt! Ich bin Craig aus Großbritannien, Renault ZOE Owners Club. Ja, den ganzen Weg von Großbritannien bis nach Österreich mit einer 22 Kilowattstunden-ZOE, etwa 1.400 Kilometer – Nonstop!

Aber du bist nicht alleine gefahren. Wer war dein Mitfahrer?

Jan-Bert: Hallo mein Name ist Jan-Bert. Ich bin von der Irish EV Owners Association. Ich lebe in Irland. Craig hat mich freundlicherweise eingeladen, ihn zu begleiten.

Wie lange war eure Reise. Wie viele Stunden seid ihr gefahren?

Jan-Bert: Wir sind insgesamt 33 Stunden gefahren. Wir sind um am Donnerstagmorgen um 0:30 Uhr in Coventry losgefahren und sind am Freitag um 10:30 Uhr in Salzburg angekommen.

Wie kommt man auf die verrückte Idee mit einem Elektroauto von England bis nach Salzburg zu fahren?

Craig: Das ist nicht verrückt! Wir wollten etwas Geld für einen wohltätigen Zweck sammeln – ich habe da über meine Mutter einen persönlichen Bezug. Dafür haben wir eine Herausforderung gesucht. Den ZOE-Club Österreich zu treffen – wir haben schon einige Zeit Kontakt über Facebook – erschien uns als ein gutes Reiseziel. Und das ist eine Herausforderung, die noch niemand bewältigt hat. Die Herausforderung war, zu zeigen, dass du in einem Elektroauto überall hinfahren kannst. Ich glaube wir haben es geschafft.

Ich muss euch enttäuschen, ich bin schon mit einer ZOE von Stuttgart nach Schottland gefahren.

Craig: Nonstop?

Nein…

Craig: Also haben wir gewonnen (lacht). Natürlich haben es schon Leute vorher gemacht. Aber sie haben Pausen gemacht, übernachtet – wir wollten es nonstop machen.

Jan-Bart: Du musst bedenken, dass viele Menschen in Großbritannien wissen nichts davon, dass du von Stuttgart nach Schottland gefahren bist. Als Elektroautobesitzer wissen wir alle, dass es geht. Ich bin schon zwei Mal von Irland in die Niederlande gefahren und ich fahre die Strecke im August zum dritten Mal.

Aber wenn Leute, die kein Elektroauto fahren zu dir kommen und fragen, was wenn du von hier nach dort fahren musst und du sagst – ja, habe ich gemacht. Und sie sagen dann, ich muss 400 Kilometer fahren, ohne zu halten. Und du fragst dann, wie oft fährst du wirklich 400 Kilometer ohne anzuhalten. Sie sagen dann, nein, aber wir müssten es können. Und du sagst ihnen, wenn du nach 250 Kilometer eine Pinkelpause einlegst, lädst du dein Auto und fährst weitere 250 Kilometer. Also wo ist das Problem

Die Leute in Großbritannien, Deutschland und Österreich sind also ziemlich ähnlich. Wir hören hier die gleichen Argumente. Ich muss 1.000 Kilometer fahren, falls meine Großmutter die Treppen herabstürzt und ich sie ins Krankenhaus bringen muss. Aber, wann fahrt ihr wieder zurück?

Craig: Wir fahren morgen gegen neun zurück. Wir wollten eigentlich um sechs losfahren, aber man hat uns überredet noch zum Brunch zu bleiben und uns noch zu verabschieden.

Jan-Bart: Wir werden morgen im Hotel übernachten. Wir werden auf dem Rückweg nicht nochmal 33 Stunden am Stück fahren – das wäre einfach dämlich.

Würdet ihr anderen empfehlen, mit einem Elektroauto in den Urlaub zu fahren?

Jan-Bart: Auf jeden Fall! Wir haben gerade darüber gesprochen. Wenn du die Fähre bezahlst – was du unabhängig vom Auto ja machen musst – und wenn du deine Reise planst, kannst du eine Fahrt wie unsere ziemlich einfach machen. Es ist kein Unterschied zum normalen Auto. Du musst eben einfach öfters anhalten. Und wenn du anhältst bist du viel ausgeruhter – also wenn man anhält und einen anständigen Schlaf bekommt. Aber wenn du eine lange Reise im Elektroauto machst, bist du einfach viel ausgeruhter, weil du eben regelmäßig anhalten musst. Es ist fantastisch. Ich bin fast 70.000 Kilometer in zweieinhalb Jahren mit meiner Renault ZOE gefahren. Ich war in sieben europäischen Ländern und ich liebe es.

So, ihr kommt wieder?

Craig: Ja, ich habe schon einen Flug für nächstes Jahr gebucht.

Jan-Bart: Ich denke schon darüber nach, nächstes Jahr von Irland hier her zu fahren. Aber nicht ohne Pausen!

Vielen Dank und kommt gut zurück nach Hause.

Craig und Jan-Bart haben auch ein Video von ihrer Reise gemacht. Viel Spaß!

In Untertürkheim nichts neues

Am 30. Mai war Rouven Remp von Smart und Jan Schreiter von Mercedes-Benz in der Mäulesmühle. Herr Schreiter hat einen Ausblick auf die Elektrostrategie von Daimler unter dem neuen Label „EQ“ gegeben. Leider gab es in seinem Vortrag wenig stichhaltige Informationen. Da konnte Herr Remp, Produktmanager des Smart Electric Drives, schon mehr erzählen. Schließlich steht der neue Smart ED fortwo und fourfour in den kommenden Wochen bei den Händlern. Jérôme und Jana haben Herr Remp nach seinem Vortrag interviewt. Die zentrale Frage war natürlich, warum der Smart nur eine vergleichsweise kleine Batterie hat und der 22 Kilowatt-Lader noch bis Ende des Jahres auf sich warten lässt. Absatzprobleme scheint Smart vorerst aber noch nicht zu haben. Bevor noch ein Smart ED beim Händler stand, gibt es für den neuen Smart insgesamt schon 803 Anträge auf die Umweltprämie.

Eine Seilbahn in der Stadt – wirklich eine gute Idee?

In der vergangenen Folge kam Jérôme auf die Idee eine Seilbahn in Stuttgart zu bauen. Jana war da etwas skeptisch. Unser Hörer Nino Zeidler aus Wuppertal hat sich nach der Folge bei uns gemeledet, da er in Sachen Stadtseilbahn ziemlich skeptisch ist. Er ist erster Vorsitzender des Vereins Bürgerinitiative Seilbahnfreies Wuppertal e.V. Denn in Wuppertal gibt es konkrete Pläne für eine solche Stadtseilbahn. Im Gespräch mit Jana erklärt er, warum eine Seilbahn auf den ersten Blick nur nach einer guten Idee klingt.

Links zur Sendung

P.S.: Nicht nur Jana, sondern auch Jérôme ist auf Twitter zu finden!

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(6) Kommentare

  1. Moin, ich schon wieder!

    @Jana: Das Zitat aus meinem letzten Kommentar ist freigegeben, stammt aber im Original vom Kieler Klimaforscher Mojib Latif, bezogen auf CO2…

    @Jérôme: Seilbahnen haben sich insbesondere dort bewährt, wo sich die Ärmsten der Armen außerhalb der Städte an den steilen Berghängen nierderlassen mussten, und wo nun Seilbahnen die unterentwickelten Stadtteile mit dem prosperierenden Zentrum verbinden, z.B. in Südamerika. Das scheint mir für Hanglagen in Stuttgart und Wuppertal nicht so zutreffend. 🙂

    Zum Schluss noch ein Hinweis auf den Test des Ampera-e in der ADAC Motorwelt:
    Mit 2,2 ist er nicht schlecht bewertet und das Fazit beginnt mit „Bravo, Opel! Das Elektro-Auto Ampera-e setzt in Reichweite, Sicherheit und Alltagstauglichkeit einen neuen Maßstab. Darüber rangieren nur Modelle von Tesla (…)“. Und es endet mit „Dadurch, dass die Händler nicht liefern können, verspielt die Marke ihren Wettbewerbsvorteil jedoch. Und 2019/2020 sieht die Elektro-Welt wieder ganz anders aus.“

    Bravo, ADAC!

    Leider trübt sich das Bild, wenn man auf die Details schaut:
    Im Gegensatz zu den Verbrenner-Tests wird der Verbrauch nicht nach Stadt/Land/BAB angegeben, sondern nur pauschal für den Gesamttest. Das Wort Rekuperation kommt im Print-Test nicht einmal vor.
    Und der sogenannte „Zielgruppencheck“ weist das Auto so aus:
    Senioren 2,2
    Fahrspaß 2,6
    Stadt 3,3
    Preis/Leist. 2,3
    Wieso der Fahrspaß, der im Testvideo noch hervorgehoben und von der Performance her mit einem BMW 228i verglichen wurde, nur im guten „befriedigend“ endet, ist unklar.
    Und wieso ein Auto, das gerade im Stadtverkehr seine Vorteile ausspielen kann, für diese Zielgruppe nur knapp „befriedigend“ ist, bleibt ein Geheimnis.
    Schließlich drückt sich der ADAC davor, seinen geneigten verbrennergeprägten Mitgliedern die ganze Wahrheit zu zeigen und den (realistischen!) Testverbrauch von 19,7 kWh/100 km mal in Diesel (2,0 Liter) und Benzin (2,2 Liter) umgerechnet daneben zu stellen.
    Dann also doch noch nicht so ganz „Bravo!“, aber immerhin.

    André

  2. Hallo André,

    danke für deinen Kommentar.
    Zur Seilbahn:

    Ja aus Südamerika kenne ich diese Seilbahnen. Ich bin kein Seilbahnspezialist oder Stadtplaner. Mir geht es um folgendes:

    Nach Stuttgart pendeln extrem viele Menschen. Das Problem bei Stuttgart ist aus meiner Sicht, dass dies viele mit dem Auto tun. Auch ich fahre des öfteren nach Stuttgart. Das Problem ist in Stuttgart aus meiner Sicht, dass es vergleichsweise wenige Einfallstore gibt und diese deshalb regelmäßig dicht sind. Durch die Kessellage verschärft sich das Abgasproblem. Auch das Parken ist in Stuttgart eine absolute Katastrophe.
    Wie kann man das verbessern? ÖPNV ist vorhanden, wird auch genutzt aber eben nicht von genügend Leuten. Ich hätte gerne ein Beförderungsmittel, das mich schnell in die Innenstadt bringt, auf das ich nicht warten muss, das günstig ist und möglichst umweltfreundlich. Da erschien mir eine Seilbahn in Stuttgart eine gute Idee. Oben große Parkhäuser in denen ich kostenlos parken kann. Ein Seilbahnticket ür nen Euro und fertig. Das ganze fährt dann zum Hauptbahnhof Stuttgart. Der Strom aus umweltfreundlichen Quellen und die Kabinen sollten maximal 6 Personen fassen können. Das ganze vollautomatisiert und auf einer möglichst günstigen Trasse. Das wäre eine zusätzliche Touristenattraktion, die anderen Verkehrsmittel könnten uneingeschränkt weiter verkehren und ich glaube es wäre auch nicht so furchtbar teuer im Betrieb. Also ich würde dann nicht mehr mit dem Auto reinfahren, zumal wenn die Bahn rund um die Uhr fährt.

  3. Hallo Jana und Jérôme,
    wieder mal eine sehr interessante Folge in eurem Podcast, danke dafür :)!
    Zu der Seilbahn-Idee: grundsätzlich finde ich Seilbahnen auch ganz cool, z.B. die in Koblenz über den Rhein, aber die in Wuppertal hört sich wirklich ziemlich sinnfrei an. Ob das in Stuttgart auch so wäre kann ich mangels Ortskenntnis nicht beurteilen. Kommt halt immer drauf an, wie man dieses Verkehrsmittel mit anderen verknüpft und ob es verkehrlich überhaupt Sinn macht…
    Bin übrigens neben E-Auto- auch großer Straßenbahnfan und gehöre in Mainz zu dem Teil der Bevölkerung, der von Anfang an für die Mainzelbahn war. ÖPNV und Bahn nutze ich des Öfteren und sonst fahre ich eine „alte“ ZOE und ein Twike.
    Macht weiter so, ich freue mich schon auf eure nächste Folge :)!
    Gruß, Gregor

  4. Die Antwort auf deine Bitte ist der Elektrobus. Selbst London, eine Wahnsinns Touristenstadt, will die Seilbahn einstellen. Zu teurer Betrieb, zu wenig Fahrgäste.

    Be carefull what you wish for!

  5. Hallo Jerome,

    du schlägst vor, Wuppertal solle für die Seilbahn einen eigenen Solarpark betreiben. Abgesehen davon, dass Wuppertal komplett pleite ist und wir in einer der dicht besiedeltsten Gegenden von Deutschland wohnen, wo Flächen teuer sind, bräuchte man für die Seilbahn eine Anlage inklusive Batteriespeicher, die 6 Millionen kWh jährlich liefern kann. Schöner Vorschlag, aber ich halte das für komplett unrealistisch.

    Dann sprichst du die kurze Wartezeit auf die nächste Gondel an. Diese ist natürlich kurz, allerdings ist der Vergleich nicht fair. Will man den echten Nutzen für den Fahrgast ermitteln, muss man die Reisezeit ermitteln, also die Zeit die der Fahrgast von der Quelle bis zum Ziel benötigt. Bei der Seilbahn ist die Wartezeit auf eine Gondel kurz, dafür fährt das Ding dann aber auch nur 20km/h. Du musst in den dritten Stock hoch (Wuppertaler Planung), also Rolltreppen überwinden oder Fahrstuhl fahren. By the way, die Fahrstühle der Schwebebahnbahnhöfe sind die halbe Zeit kaputt, weil die Stadtwerke kein Geld für die Instandhaltung hat. Am Ziel musst du aus dem dritten Stock wieder runter. Und dann musst du noch die Position der Seilbahnstationen berücksichtigen. Wenn sie perfekt integriert sind, will ich genau dahin wo die Station steht. Das ist aber selten der Fall, weil viele andere Bedingungen (baulich, Grundstück fehlt, etc.) das verhindern.

    Dazu ein Beispiel: In Wuppertal benötigen die Bewohner des Stadtteil Cronenberg mit der Seilbahn zukünftig die DOPPELTE Zeit um vom Cronenberger Rathaus (Zentrum des Ortsteil) in die Innenstadt (zum Shoppen) zu fahren. Heute fährt ein Cityexpress fast nonstop die Strecke in 18 Minuten. Mit der Seilbahn gibt es diese Verbindung nicht mehr, die Fahrgäste werden gezwungen erst Bus zu fahren, dann umzusteigen in die Seilbahn, dann runter zu fahren zum Bahnhof, dann wieder umsteigen in einen Bus und weiter in die Innenstadt. Das macht 32 Minuten insgesamt. Da ist dann wohl nix gewonnen oder?

    Dann sagst du, die Seilbahn sei doch flexibel. Wenn sich der Fahrgastbedarf ändert, kann ich NIX an der Seilbahn ändern (ohne zig Millionen auszugeben). Einen Bus kann ich jederzeit umplanen, anders fahren, den Takt ändern usw. Das alles kann die Seilbahn nicht. Du sagst, einfach nicht ausschalten, das geht leider nicht. Seilbahnen müssen mehrere Wochen im Jahr gewartet werden, dann geht GAR NIX mehr. Bei höheren Windgeschwindigkeiten darf sie nicht fahren. Bei Gewitter darf sie auch nicht fahren. Wir kommen so bei touristischen Seilbahnen auf locker 2 Monate Stillstand, siehe Quelle mit Details: http://seilbahnfreies-wuppertal.de/2016/09/18/verfuegbarkeit-eines-urbanen-seilbahnsystems/

    Zudem muss eine Seilbahn, die in 10 Jahren fahren soll, mit elektrischen Bussen und autonomen Schwarmfahrzeugen konkurrieren. Ich habe eine Idee was bequemer, schneller sein wird und was mehr Akzeptanz erfahren wird. Die Seilbahn müssten wir aber weiter betreiben für 20 Jahre, ob sinnvoll oder nicht. Alternative: 80 Millionen Fördergelder zurückzahlen.

    Wären wir eine reiche Stadt mit zuviel Geld und würden eine Seilbahn ZUSÄTZLICH zu den Bussen anbieten und es wäre uns egal, wie wenig Menschen das Ding nutzen, sähe das anders aus. So stehen wir vor dem Problem, dass die Stadtwerke die Betriebskosten von 1,8 Millionen über Busstreichung erreicht. Drei Stationen können aber nicht 30 Haltestellen ersetzen. Zudem wären die 1,8 Millionen WELTREKORD. Andere Seilbahnen liegen bei 3-4 Millionen Euro jährlichen Betriebskosten. In London sind es sogar 7 Millionen Euro und dort ist die Strecke nur ein Drittel der Wuppertaler Planung und es handelt sich dort um einfachere Technik (1S Seilbahn, in Wuppertal 3S Seilbahn).
    Schaffen unsere Stadtwerke den Weltrekord nicht, müssen wir zur Finanzierung im gesamten Stadtgebiet den ÖPNV abbauen, um eine einzige Linie zur Müllverbrennungsanlage zu finanzieren.
    Von den 100 Millionen, die die Seilbahn kosten wird, könnten wir den GESAMTEN Busverkehr in den nächsten 10 Jahren elektrifizieren. Davon hätten ALLE Wuppertaler was und nicht nur ein paar tausend Menschen auf einer Linie.

    ÖPNV und Seilbahn-Experten sagen, dass eine Seilbahn eine Auslastung von 25-50 Prozent benötigt, wenn sie ökologisch Sinn machen soll im Vergleich zum Dieselbus. In Wuppertal liegen wir bei 6%, WENN sämtliche (also ALLE) Fahrgäste die bisher in den Bussen des Stadtteils saßen, in Zukunft die Seilbahn nutzen. Das ist zwar unrealistisch, weil jemand mit dem Ziel zwischen zwei Stationen sicher nicht die Seilbahn nutzen wird, sondern einen der wenigen verbliebenden Busse oder doch das Auto nimmt, aber wir wollten optimistisch rechnen. 6 Millionen kWh für 6% Auslastung. 94% Prozent der Wegleistung der Seilbahn fährt diese also umsonst. Selbst wenn wir Windräder, PV-Anlagen und Akkus ohne Ende für das Teil bauen, muss einem doch klar werden, was für ein Quatsch das ist.

    Wo eine Seilbahn Sinn macht:

    – keine Alternative mangels Straßen (siehe Berge) oder Straßenkapazität ist erschöpft
    – riesige Umwege (Faktor 8 aufwärts) für klassische ÖPNV Mittel und Seilbahn bietet Direktweg
    – große Verkehrserzeuger, wie z.B. Bundesgartenschau in Koblenz und Festung Ehrenbreitstein
    – perfekte Integration in das ÖPNV Netz

    Wie du schon sagst, wir haben uns in den letzten 2 Jahren intensiv damit beschäftigt. Wir haben es kürzlich überschlagen, wir sind bei ungefähr 20.000 Stunden, also 12 Arbeits Mannjahre. Du kannst mir glauben, ich könnte noch 100 Seiten an Argumenten aufschreiben, aber ich lasse es mal gut sein. 🙂

    Sollte das mal bei euch ins Gespräch kommen, prüfen wir gerne die Situation und können eine Bewertung abgeben, ob eine Planung gut ist oder nicht. Bisher konnten wir leider bei keinem von uns untersuchten Projekt anderer Städte eine positive Bewertung abgeben und konnten das bisher auch immer stichhaltig begründen.

    Vielen Dank für die Aufmerksamkeit. 😀

  6. Das Thema Seilbahn ist sehr interessant und gerade in Osteuropa, Asien, Lateinamerika und Australien wird höchstwahrscheinlich eine TECHNOLOGIE DES SCHIENENGEBUNDENEN SEIL-TRANSPORTS in sehr naher Zukunft eingeführt werden. Erste Verträge sind schon abgeschlossen worden. Ich befürchte aber, das wir in Deutschland auch da hinterherhinken werden. Wie das ganze innerstädtisch aussehen könnte, kann man hier sehen:
    https://youtu.be/ZbMOvvJR0jM

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