Shell übernimmt den Roaminganbieter NewMotion – das löst bei Jérôme und Jana gemischte Gefühle aus.

 

Die Meldung war ein Paukenschlag. Der Mineralölkonzern – der sich selbst lieber als Energiekonzern sieht – hat den Mobility Service Provider NewMotion übernommen. Damit gehört Shell nun der größte europäische Roaminganbieter für Elektroauto-Ladeinfrastruktur. NewMotion bietet europaweit Zugang zu 50.000 Ladepunkten. Auch in Deutschland stellt NewMotion einen Zugang zu den allermeisten Ladestationen zur Verfügung.

Jana und Jérôme diskutieren im Podcast die möglichen Vor- und Nachteile dieser Übernahme. Schließlich schwingen mit dem Namen Shell nicht nur unbedingt positive Konnotationen mit. Auch die Kommentatoren im Netz sind gespalten. Während die einen wie Daniel Bönnighausen von Electrive.net die Übernahme begrüßt, sehen andere diesen Coup kritisch. Letztlich muss die Zeit zeigen, was Shell mit NewMotion vorhat. Bedauerlich ist allerdings, dass kein deutscher Energieversorger bei NewMotion zugegriffen hat. Auch an dieser Stelle fließt die Wertschöpfung bei der Elektromobilität weiter ins Ausland.

To 3 or not to 3

Pünktlich zum Verkaufsstart der Weihnachtsartikel im Supermarkt packen unsere beiden Podcaster die Spekulatius aus und spekulieren über die angeblichen Produktionsprobleme beim Tesla Model 3. Es gibt Meldungen und Gerüchte, dass es gar nicht läuft. Statt der Maschine, die die Maschine baut, sollen die Model 3 derzeit noch in Handarbeit entstehen. Tesla ist dagegen fleißig bemüht zu große Bedenken zu zerstreuen. So postet Elon Musk fleißig Videos von der Model 3 Produktionsstraße.

Jérôme und Jana sind sich jedoch einig, dass Tesla sicher gut daran tut, die Produktion mit viel Sorgfalt hochzufahren. Schlimmer als eine verzögerte Auslieferungen wären gravierende Qualitätsmängel beim Massenmodel von Tesla.

Du kommst hier nicht rein!

Während hierzulande die meisten Politiker immer noch das schiefe Lied vom sauberen Diesel und dem Verbrennungsmotor als Zukunftstrend singen, geht es bei unseren Nachbarn zur Sache. Die Niederländer haben ein Neuzulassungsverbot für Autos mit Verbrennungsmotor ab 2030 beschlossen. In Paris dürfen ab 2030 keine Autos mit Verbrennungsmotor mehr in die Stadt fahren. Neuzulassungen für Diesel soll es nach aktueller Planung der französischen Regierung schon ab 2024 nicht mehr geben.

Für heiteres Schmunzeln sorgt dagegen der wenig ambitionierte Plan der Europäischen Union ab 2030 eine Neuzulassungsquote für Elektrofahrzeuge von 15 bis 20 Prozent einzuführen. Die Chinesen machen ab 2020 schon mit einer Quote von 12 Prozent ernst. Dabei soll die Quote in China von Jahr zu Jahr wachsen. Dabei sind sich viele Experten einig, dass 2030 wahrscheinlich niemand mehr freiwillig einen Verbrenner kaufen möchte.

Sag mir wo die eGolfs sind, wo sind sie geblieben…

Jana gibt einen aktuellen Blick auf die Zulassungszahlen im September. Mit 2.247 kamen so viele neue Elektroautos auf die Straße, wie noch nie seit Beginn der Aufzeichnungen. Damit verzeichnet 2017 den vierten Rekordmonat. Insgesamt wurden 2017 schon 16.433 neue Elektroautos zugelassen und damit schon heute 44 Prozent mehr als im gesamten Jahr 2016. Besonders stach wie schon im August der VW eGolf hervor. Mit 475 beziehungsweise 494 Einheiten schoss er an der ewigen Nummer 1 Renault ZOE vorbei. Leider sagt die öffentliche Statistik des Kraftfahrtbundesamts nichts darüber aus, wo die eGolfs zugelassen wurden. Im subjektiven Eindruck sehen die beiden nämlich nicht mehr eGolfs durch die Gegend fahren.

Lasst mal die Ladestation im Dorf

Zum Schluss regt sich Jana – wie in jeder Folge – noch ein bisschen auf. Der Grund ist das neue Tarifmodell der Bergischen Energie und Wasser (BEW). Schuld an ihrem hohen Blutdruck ist aber nicht die BEW, sondern manche Reaktionen im Netz auf das neue Tarifmodell. Bisher konnte man ohne monatlichen Grundpreis für 35 Cent pro Kilowattstunde (kWh) an allen AC-Säulen von innogy (früher RWE) und deren Partner laden. Die BEW ist damit bis heute einer der wenigen Anbieter, die eine kWh-basierte Abrechnung ohne monatliche Grundgebühr anbietet. Daher gehört der BEW-Autostromvertrag für viele Elektromobilistinnen und Elektromibilisten zur Standardausrüstung – auch wenn sie nur sporadisch bei einem innogy-Partner geladen haben.

Für die BEW entstehen dadurch Verwaltungskosten, die der Stromverkauf an den Ladesäulen nicht mehr decken kann. Daher haben sie sich entschieden einen quartalsweisen Mindestumsatz von 4,99 Euro einzuführen. Dafür gibt es 15 kWh – also 33 Cent pro kWh. Ab der 16. kWh kostet die kWh nur noch 30 Cent und ab der 50. 28 Cent. Für Viellader sinkt der Preis ab der 250. kWh im Quartal auf nur noch 25 Cent. Wer auch zu Hause seinen Strom von der BEW bezieht, bekommt nochmal fünf Prozent Rabatt auf seine Autostromrechnung.

Nun haben sich viele über diesen Jahresbeitrag von mickrigen 20 Euro – den man sogar noch für einen guten Preis pro kWh verladen kann – aufgeregt. Und darüber hat sich dann Jana aufgeregt. Warum Sie das Tarifmodell der BEW verteidigt hört ihr im Podcast.

Den Podcast abonnieren: iTunes, TuneIn, Podigee

Jana und Jérôme auf Twitter