Electrify-BW – Der Podcast #28: Von der ZOE aufs Fahrrad

Die neue Renault ZOE R110 gibt es jetzt auch in aubergine (Bild: © Jana Höffner).
Die neue Renault ZOE R110 gibt es jetzt auch in aubergine (Bild: © Jana Höffner).

Nach fast drei Monaten melden sich endlich unsere Podcaster zurück. Jana steigt in die neue Renault ZOE R110, Electrify-BW steigt aufs Rad und Jérôme steigt in die Planung zum Emobiltreffen in Horb ein.

 

Endlich haben es Jana und Jérôme geschafft wieder eine neue Podcast-Folge aufzuzeichnen. Nach fast drei Monaten melden sich die beiden mit einem bunten Strauß an Themen zurück.

Zwar haben die beiden nicht vor das Mikro geschafft, das hat aber nicht bedeutet, dass sie auf der faulen Haut lagen – na gut zumindest zeitweise lagen sie auf der faulen Haut.

Radentscheid Stuttgart

Electrify-BW e.V. hat beschlossen den Radentscheid Stuttgart aktiv zu unterstützen. Nach dem Vorbild des nach viel ehrenamtlicher Arbeit endlich in Berlin beschlossenem Mobilitätsgesetz, wollen Bürgerinnen und Bürger mit viel Engagement auch die Stadt Stuttgart verpflichten, endlich voll in den Ausbau einer Radinfrastruktur einzusteigen, die ihren Namen verdient.

Der Radentscheid Stuttgart fordert:

  • Sichere Radverkehrsanlagen an 15 Kilometern Straße pro Jahr.
  • 15 Kilometer attraktive Nebenstraßen pro Jahr.
  • Hauptradrouten für den Alltags- und Pendelverkehr anlegen.
  • Mängel und Gefahrenstellen im Fuß- und Radwegenetz beseitigen.
  • Mindestens 31 Kreuzungen oder Einmündungen pro Jahr sicher gestalten.
  • Radverkehrsinfrastruktur pflegen.
  • Radabstellmöglichkeiten verbessern.
  • Radangebot und Radattraktivität fördern.
  • Stuttgart für den Fuß- und Radverkehr sensibilisieren.
  • Monitoring und Fortschreibung der Radverkehrsplanung.
  • Mehr Effizienz und Effektivität bei Planung und Umsetzung.

Für Autofahrerinnen und Autofahrer, denen angesichts solcher Forderungen die Hutschnur reißt, hat Jana einen guten Lesetipp. Das ZEIT Magazin 28/2018 (Paywall) beleuchtet die Vorteile einer guten Radinfrastruktur, von der am Ende nämlich auch der Autoverkehr profitieren kann. Besonders pragmatisch sind hier wieder unsere niederländischen Nachbarn. Für viele Radfahrende ein Eldorado des Radverkehrs. In Wirklichkeit aber eine ähnliche Autofahrernation wie die Bundesrepublik. Hier geht man aber eben unideologisch und pragmatisch an die Sache. Das Ziel ist eine Radinfrastruktur, die den Radverkehr sicherer und schneller macht und vom Autoverkehr trennt. Der so ebenfalls ungestörter fließen kann.

Außerdem werden wir die Mobilitätswende nicht schaffen und unsere Städte nicht lebenswerter machen, wenn wir nur den Antrieb der Autos austauschen. Wer Straßen baut, wird Verkehr ernten. Aber wer Radwege baut, wird Radverkehr ernten und so den Anteil des Autos am Model Split senken. Auch dass zeigt das Stück im ZEIT Magazin, dass mit guter Infrastruktur, die Radfahrenden von ganz alleine kommen.

Auch in anderen Städten gibt es Radentscheide. Schaut doch einfach mal vorbei und unterstützt die Initiativen mit einer Unterschrift!

E-Mobilitätstreffen in Horb 2018

Das größte E-Mobilitätstreffen im Schwarzwald und wahrscheinlich in ganz Baden-Württemberg am 8. und 9. September in Horb am Neckar wirft seine Schatten voraus. Jérôme ist voll in der Planung und berichtet im Podcast vom Programm der beiden Tage. So wird es nicht nur die Möglichkeit geben, am Stadtfest die Elektromobilität zu prominent zu präsentieren, sondern es sind zahlreiche Vorträge geplant und es soll eine emobile Ausfahrt durch den Schwarzwald nach Calw geben.

Die drei Jungs vom Cleanelectric-Podcast werden aller Voraussicht nach auch mit von der Partie sein und Jana und Jérôme werden wieder eine Folge live vor Publikum aufzeichnen. Dieses Mal gibt es auch eine schönere Location für die Vorträge und die Aufzeichnungen.

Electrify-BW wird vor Ort wieder dafür sorgen, dass jeder genug Strom bekommt, um sicher wieder heim fahren zu können. Um einen Überblick über die Menge an Besucherinnen und Besucher zu haben, bittet Jérôme darum sich über die Webseite kostenlos anzumelden.

Renault ZOE R110 – Französin mit Bums

Jana durfte auf Einladung von Renault Deutschland in der Eifel die neue Renault ZOE R110 fahren. Renault hat der ZOE einen neuen, leistungsstärkeren Motor kredenzt. Statt bisher 68 Kilowatt, stehen jetzt maximal 80 Kilowatt oder 108 PS zur Verfügung. Zudem gibt es neue Felgen und mit Aubergine eine neue Farbe, die sich auch im Interieur wiederfindet. Ansonsten ist bei der jetzt schon fünf Jahre alten ZOE alles beim Alten geblieben. Den neuen Motor gibt es nur in Verbindung mit der 40 Kilowattstunden-Batterie Der Preis ohne Akku steigt dabei auf 27.900 Euro abzüglich Umweltbonus.

Die 12 Kilowatt mehr Leistung überzeugen Jana vor allem bei der Elastizität des Antriebs. Vor allem zwischen 70 und 110 Stundenkilometer entwickelt der Motor mit jetzt 225 Newtonmeter Drehmoment mehr Vortrieb.

Unter dem Strich sind sich Jana und Jérôme einig, dass die ZOE derzeit nur noch von ihrer verhältnismäßig kurzen Lieferzeit profitiert. Neben Autos wie dem Hyundai ioniq electric ist der Preis der ZOE nämlich nicht mehr konkurrenzfähig. Bei Hyundai gibt es für ein bisschen mehr Geld, deutlich mehr Auto. Allein der ioniq hat derzeit Lieferzeiten von bis zu zwölf Monaten, während die ZOE beim richtigen Händler schon innerhalb von drei Monaten verfügbar ist.

Allianz für eine bessere Landesbauordnung

In Baden-Württemberg steht eine Reform der Landesbauordnung an. Electrify-BW hat eine Allianz mit dem Bundesverband eMobilität und dem ADFC Baden-Württemberg geschmiedet und fordert die Landesregierung auf, bei der Reform des Gesetzes den Radverkehr und die Elektromobilität nicht unter den Tisch fallen zu lassen.

Als Lesetipp gibt Jana noch den Hörerinnen und Hörern einen Artikel der Süddeutschen Zeitung zum Thema eFuels mit auf den Weg.

Als Reaktion auf unsere vergangene Sendung hat der Energieversorger EnCW reagiert und sein von Jana heftig kritisiertes Preismodell angepasst. Jérôme hat derweil den neuen Supercharger in Herbolzheim inoffiziell eingeweiht.

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(4) Kommentare

  1. Zum Thema eFuels: Die Einstellung, dass regenerativ erzeugte Treibstoffe eine Zukunft haben wenn auch nicht überall, klingt für mich plausibel. Allerdings würde ich einschränken, dass der Akku im Auto bisher keine Alternative hat, aber das kann sich ändern. Beispiel: Ein Freund arbeitet in einer Firma, die eine Art Katalysator (technisch falscher Begriff) für Wasserstoff entwickelt hat:
    http://www.hydrogenious.net/de/technologie/
    Nennt sich LOHC (Liquid Organic Hydrogen Carriers), das heißt, der Wasserstoff wird in einer Flüssigkeit gelöst und kann wie andere Treibstoffe transportiert werden, ohne Druck und andere Nachteile. Der Pferdefuß ist „nur“, dass man eben spezielle Maschinen braucht um den H² zu nutzen, die sind aktuell etwas zu groß für ein Auto. Aber von euch genannte Schiffe wären vielleicht eine gute Idee. Auch müsste man nicht die bestehende Infrastruktur ändern, denn das Zeug soll wohl wie Diesel sein.
    Also, neue Technologien werden kommen, hoffen wir das beste!

    1. Hallo Ollie,
      vielen Dank für die Ergänzung. Ich habe diese Woche (nach der Aufzeichnung) auch von dieser Technologie gehört. Wenn das im industriellen Maßstab funktioniert, wäre es wirklich eine Alternative zu den 700 Bar Tanks. Es hieß sogar, dass man verglichen mit einem 700 Bar Tank in das gleiche Volumen, viel mehr Wasserstoff bekäme weist du da mehr?
      Vor ein paar Jahren habe ich auch mal was von Feststoff-Wassterstoffspeichern gehört. Weißt du was daraus geworden ist, oder ist die Flüssigkeit jetzt die Weiterentwicklung?

      1. Hallo Jana,
        Gestern war dieser Freund bei uns zu Besuch und ich hab natürlich vergessen, nach deinen Fragen zu fragen… -_- Das mit den Feststoffspeichern ist mir neu, dazu kann ich leider nichts sagen.
        Vielleicht soll er mal selbst kommentieren….

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