Electrify-BW – Der Podcast #33: Model 3 is coming

Das Tesla Model 3 in den Straßen von San Francisco (Bild: © Jana Höffner).
Das Tesla Model 3 in den Straßen von San Francisco (Bild: © Jana Höffner).

Nun haben auch unsere beiden Podcaster endlich mal ein Model 3 in Echt und Farbe gesehen und Jérôme hat sich mit dem Sono Sion getroffen.

 

Schon wieder müssen wir an dieser Stelle schreibe, nach langer Zeit melden sich Jana und Jérôme mit einer neuen Folge des Electrify-BW Podcasts wieder. Seit dem E-Mobiltreffen in Horb hat Funkstille geherrscht.

Daher gibt es auch erstmal einen kleinen Nachklapp zu der gelungenen Veranstaltung in Horb Anfang September. Immerhin 300 Elektroautos kamen an den beiden Tagen zusammen. Vom umgebauten VW 1600 Variant über den Fiat 500e bis hin natürlich zu zahlreichen Tesla Model S und X. Einige sind aber auch auf zwei Rädern mit dem E-Bike oder Elektroroller nach Horb gekommen.

Wie entsteht eine Batteriezelle?

Während unsere Podcaster „beschäftigt“ waren, ging das Programm von Electrify-BW natürlich weiter. Ob vor Ort bei zahlreichen Messen und Veranstaltungen oder bei den monatlichen Vorträgen in der Mäulesmühle. Ein Highlight war der Vortrag von Sebastian Wolf von der Boston Consulting Group (BCG). Due BCG berät große chinesische Zell- und Batteriehersteller, aber auch mehrere deutsche Autobauer. Herr Wolf gab einen spannenden Einblick in die Zellproduktion.

Dabei ging es nicht nur um die technischen Details, sondern vor allem auch um die Wertschöpfungskette von der Rohstoffgewinnung bis zum Einbau des fertigen Batterieblocks in das Fahrzeug. Wenig überraschend liegt die größte Wertschöpfung bei der eigentlichen Zellproduktion. Die BCG hilft den Unternehmen dabei mit der Hilfe von stark digitalisierten Prozessen, die unter dem Buzzword Industrie 4.0 zusammengefasst sind, die Produktion der Zellen zu optimieren. Wer Janas Versuch, den Vortrag zusammenzufassen nicht folgen kann, findet hier ein Paper (Englisch) zum Vortrag.

Wie geht es weiter mit dem Sono Sion?

In Heilbronn hatte Jérôme die Gelegenheit mit dem Portotypen des Sono Sions zu fahren. Dabei konnte Sonos Eventmanagerin Ann-Sophie Scharrer vor das Mikrophon bekommen und ein bisschen zu den weiteren Plänen des Solarauto-Start-ups aus München befragen. Schon im kommenden Jahr will Sono bei einem noch nicht genannten Auftragsfertiger mit Nullserien-Produktion für das finale Testing wie etwa Crashtests beginnen. Dabei wird sich das Auto gegenüber den beiden Prototypen nochmal verändern, wobei viel Feedback aus der Community in die Entwicklung des Fahrzeugs geflossen ist.

Wie kommt das Model 3 in Deutschland an?

Sowohl Jana als auch Jérôme konnten unabhängig voneinander endlich mal mit dem Tesla Model 3 auf Tuchfühlung gehen. Jérôme durfte mal ein paar Meter mit dem vom YouTuber „Schräg“ überführten NextMove-Model 3 fahren und Jana nutzte die Gelegenheit auf dem e4Testival am Hockenheimring ein Tesla Model 3 RWD über selbigen zu fahren. Während Jérôme das Auto ziemlich unemotional mit „Es ist halt ein Auto“ kommentiert, klingt bei Jana schon etwas mehr Begeisterung durch.

Und damit ist sie keineswegs alleine. Beim e4Testival konnten Besucherinnen und Besucher mit zwei Model 3 von NextMove für 69 Euro eine Runde über den Hockenheimring (mit Tempolimit 130 und Überholverbot) fahren. Beide Fahrzeuge waren das komplette Wochenende ausgebucht.

Auch Electrify-BW hatte ein Model 3 beim e4Testival dabei. An beiden Tagen war das Fahrzeug von interessierten Menschen umlagert. Spannend ist das vor allem, weil das e4Testival sich gezielt an (noch-)nicht Elektromobilistinnen und Elektromobilisten gerichtet hat und auch diese Leute anzog.

Wäre ein Teslaverkäufer mit Verträgen neben dem Model 3 gestanden, hätten sie die Kisten wahrscheinlich im Minutentakt verkauft. Im jüngsten Investorcall hat Elon Musk angekündigt, für Europa die Bestellungen im Dezember zu öffnen und bereits im Februar, März 2019 mit den Auslieferungen zu beginnen. Dann wird sich zeigen, ob das Model 3 auch in Europa die Mittelklasse gleichermaßen kannibalisiert, wie derzeit in den USA.

Wie, das war schon alles?

Jérôme hatte zur Aufzeichnung schon die neue Version 9 Firmware auf seinem Horst und hat natürlich gleich wieder was auszusetzen. Jana klärt währenddessen darüber auf, dass die vermeintlich billige Maingau-Karte unter Umständen einen teuren Preis hat. Gehört der Stromversorger doch zum RWE-Konzern, der mit seinem Agieren im Hambacher Forst viele Menschen in Deutschland gegen sich aufgebracht hat. Derweil schießen vor allem in Süddeutschland die Spritpreise nach oben – der Strompreis bleibt weiter stabil – weil wegen der wohl durch den Klimawandel verursachten Dürre kein Treibstoff mehr über die Wasserstraßen transportiert werden kann.

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Disclaimer: Die im Podcast geäußerten Meinungen und Ansichten müssen nicht unbedingt mit denen des Vereins Electrify-BW e.V. übereinstimmen.

 

(1) Kommentare

  1. Nach längerer Durststrecke habe ich euch mal wieder zugehört. Dass es wieder einmal politisch wurde, stört mich rein gar nicht. Im Gegenteil!

    Es gibt allerdings drei Punkte, die meiner Meinung nach leichtfertig daher gesagt waren:
    1. Zum Preisunterschied von ca. 20.000 € zwischen Tesla Model 3 und Model S
    Jérôme sagt, dass er pro Jahr zwischen 1.500 € und 2.000 € allein für Strom sparen würde und man nach 10 Jahren Model S die 20.000 € wieder raus hätte. Kaum einen Satz früher sagte er aber, dass er in der Gegend von 40.000 km im Jahr Fahrleistung hätte. Die spannende Frage ist, ob ein Model S das realistisch auch 10 Jahre lang mitmacht. Sicher gibt es diese Fälle, doch zum Regelfall wird das vermutlich nicht.

    2. Motorkühlung bei Model 3 und Model S
    Ihr habt angesprochen, dass das Model S bei der Motorkühlung Probleme hatte. Jana sagte, die gäbe es nicht mehr. Das hätte sie ja gerade in Hockenheim erlebt. Doch erst ein paar Sätze davor sagte sie, dass es am Sonntag „arschkalt“ gewesen sei. Ein Schelm wer denkt, dass hätte der Kühlung geholfen…
    Letztlich sind das extreme Bedingungen. Und es ist bezeichnend, dass Jana ihr Model S nie ausfahren konnte, aber wie praxisrelevant ist das?

    3. Sono Sion
    Bei dem Thema rechnet Jérôme mal eben den Umweltbonus von 4.000 € vom Preis runter. Die Förderung reicht nach heutigem Stand aber nur bis Mitte 2019. Und zu diesem Zeitpunkt wird das Fahrzeug sicher noch nicht zu haben sein, wie auch das Interview unterstreicht.

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