Electrify-BW – Der Podcast #36: Wer nicht sieht, muss hören

Die Renault ZOE ist schon heute serienmäßig mit künstlichen Fahrgeräuschen ausgestattet. (Bild: © Jana Höffner)
Die Renault ZOE ist schon heute serienmäßig mit künstlichen Fahrgeräuschen ausgestattet. (Bild: © Jana Höffner)

Eines der umstrittensten Themen der Elektromobilität – künstliche Fahrgeräusche. Wir sprechen mit Manuel Schmalzl, der seine Umwelt hauptsächlich mit den Ohren wahrnimmt.

 

Elektroautos haben den Vorteil vergleichsweise wenig Geräusche zu machen. Sie bieten also auch die Chance, die Lärmbelastung an Straßen deutlich zu senken. Da wirkt es bizarr, dass diese leisen Fahrzeuge künstliche Geräusche verursachen sollen. Bald müssen alle neu zugelassenen Elektro- und Hybridautos bis zu einer Geschwindigkeit von 20 Stundenkilometern ein künstliches Geräusch machen. So will es die EU. Ab Juli 2019 gilt das für alle neuen Typenzulassungen. Ab Sommer 2021 dann für alle Neuzulassungen von Fahrzeugen mit Elektro-, Hybrid- oder Wasserstoffantrieb.

In der Community wird heftig über das Thema gestritten. Auch bei uns gehen die Meinungen zu dem Thema auseinander. Wir haben daher Manuel Schmalzl eingeladen, um mit ihm über dieses Thema zu sprechen. Manuel hat eine Sehbehinderung und nur noch eine Restsehstärke von zwei Prozent. Er ist aber auch Elektromobilist, denn vergangenes Jahr hat er sich ein Tesla Model S gekauft. Er kennt also beide Seiten der Debatte. Er gibt uns im Podcast interessante Einblicke und hilft zu verstehen, warum heute künstliche Fahrgeräusche bei Fahrzeugen ohne rumpelnden Verbrennungsmotor sinnvoll sind und warum sie es in 20 Jahren vielleicht nicht mehr sind.

Hoffen auf autonomes Fahren

Aber warum kauft sich jemand der nahezu seine ganze Sehkraft eingebüßt hat, ein Auto? Selber fahren ist mit zwei Prozent Sehstärke unmöglich. Manuel berichtet uns auch davon, warum er deswegen ein Tesla Model S gekauft hat. Er hofft, dass er in naher Zukunft sich von seinem Auto autonom herumfahren lassen kann. Laut Tesla Chef Elon Musk, soll das Auto alle dafür notwendige Hardware bereits an Board sein. Die zugehörige Software, so Tesla, sei nur eine Frage der Zeit. Solange ist Manuel als Beifahrer mit seinem Verlobten quer durch Europa unterwegs.

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Disclaimer: Die im Podcast geäußerten Meinungen und Ansichten müssen nicht unbedingt mit denen des Vereins Electrify-BW e.V. übereinstimmen.

(2) Kommentare

  1. Hallo,
    ich habe schon (leider vergeblich) versucht, mit Jana über Twitter in Kontakt zu treten.
    Mir ist nämlich aufgefallen, dass mein Name nicht in Ihrer Liste mir Tesla Empfehlungen auftaucht, obwohl ich definitiv ein Model X über ihren link bestellt habe.
    Ich habe den Verdacht, dass man bei Tesla nachträglich zu Gunsten (bzw. Ungunsten) anderer den Link im System ändert, habe etwas ähnliches auch bei mir festgestellt.
    Mir wurde bei der Bestellung im Tesla store auch gesagt, dass man nachträglich einen Empfehlungslink eintragen kann, weil ich den passenden nicht zur Hand hatte, das könnten die vor Ort machen.

    Habt Ihr davon schonmal etwas gehört?
    Das kommt mir spanisch vor…
    Danke
    Gruss
    Timo

  2. Tolles, aufschlussreiches faktenbasiertes Interview mit Einblicken eines Betroffenen.
    Was mir bislang bei der Argumentation rund um das Thema Soundgeneratoren fehlt ist der Umstand, dass immer mehr der modernen Elektroautos mit Fussgängererkennung und auch Notbremsassisstenten in Serie ausgestattet werden. Über die Erfolgsquote solcher System weiß ich leider nichts aber ich denke dass diese eine Warnung überflüssig machen, denn gerade im Geschwindigkeitsbereich unter 20 km/h wo Soundgeneratoren aktiv sind sollte ein solches System Kollisionen doch sicher verhindern können.
    Was meint ihr dazu?

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