Gemeinsam mit dem Landesnaturschutzverband e.V. Baden-Württemberg reichen wir eine Resulotion beim Kirchentag ein.

Spritschlucker sollen Sparmobile fördern! Landesnaturschutzverband e.V. und Electrify-BW e.V. fordern ein Marktförderprogramm für Kraftfahrzeuge mit besonders niedrigen Emissionswerten. In zwei Bereichen hinkt der Klimaschutz weit hinter den gesetzten Zielen her: beim Verbrauch der neu zugelassenen Pkws und beim Anteil der Elektromobile. Auch wegen des hohen Marktanteils an Sport Utility Vehicles (SUV) liegen wir noch weit über einem CO2-Grenzwert von 80 Gramm pro Kilometer, der 2020 erreicht sein soll. Das Ziel der Bundesregierung, im Jahr 2020 einen Bestand von einer Millionen elektrisch betriebenen Fahrzeugen in Deutschland zu haben ist, so unerreichbar es heute erscheint, nicht wirklich ehrgeizig. Diese Resolution fordert, in den „magischen Augenblick“ im Leben eines Automobils lenkend einzugreifen, in den Moment der Kaufentscheidung. Hier werden die Emissionen für den gesamten Lebenslauf des Fahrzeugs festgelegt. Für die notwendige Markt-Anschub-Finanzierung für verbrauchsarme und post-fossile Autos fordern wir daher ein Modell nach dem Bonus-Malus-Prinzip. Über eine Erstzulassungsgebühr für solche Fahrzeuge, die über dem Verbrauchs-Soll liegen (etwa über 100 g CO2 pro Kilometer) sollen Mittel gewonnen werden, um den Kauf von Elektro- und besonders sparsamen Autos zu fördern. Fahrzeuge mit mittlerem Verbrauch (beispielsweise drei bis vier Liter-Autos) sollen weder gefördert noch mit einer Abgabe belegt werden. Die Abgabe, wie auch das Fördergeld wird mit dem Kauf, konkret mit der Erstzulassung fällig. Damit wird sie für Fahrzeugkäufer in sehr nahem Zusammenhang mit der Kaufentscheidung spürbar.

Wir fordern die Bundesregierung auf:

  • Ein solches Konzept zeitnah zu entwerfen und in den gesetzgeberischen Prozess zu bringen.
  • Das Dienstwagenprivileg abzuschaffen, das de facto zu einem besonders hohen Marktanteil von Spritschluckern führt.

Wir fordern die Automobilhersteller auf:

  • Ihre Bemühungen zur Entwicklung verbrauchsarmer Fahr-zeuge erheblich zu verstärken.
  • Zeitnah Elektro-Fahrzeuge anzubieten, die mit Reichweiten von deutlich über 200 Kilometern und Ladezeiten von unter einer Stunde die Bedürfnisse der Kunden treffen. Dass solche Fahrzeuge möglich sind, zeigen bereits einzelne Hersteller.

Wir fordern Autokäufer auf:

  • Mehr Augenmerk auf sparsame, effiziente Fahrzeuge zu legen.
  • Ihre Wege mit angepassteren Fahrzeugen „multimodal“ zu gehen. So sind viele Nahstrecken auch problemlos mit Fahrrädern zu erledigen. Der Weg zur Arbeit ist oftmals auch mit viel kleineren Fahrzeugen zu bewältigen. Große- und Langstreckenfahrzeuge, die eigentlich nur selten wirklich benötigt werden, können auch über Carsharing-Systeme bezogen werden.

Bitte unterstützt uns und zeichnet die Resolution mit. Ihr müsst euch vorher mit Name und E-Mailadresse beim Kirchentag registrieren. Den Link findet ihr auf der Resolutionen-Seite unten.

(4) Kommentare

  1. ich bin uneingeschränkt dafür und habe der Resolution nichts hinzu zu fügen. Super.
    Und das nicht nur, weil ich auf dem Photo bin.

  2. Ja, wie schon im März in Stuttgart auf der eltefa besprochen, wollen wir als BSM, Bundesverband Solare Mobilität diesen (hier verkürzten) Aufruf unterstützen.

    Wir bemühen uns hier im „politischen Berlin“ dies auch weiter voran zu treiben, aber die Bundesregierung agiert in Sachen E-Mobilität -vorsichtig formuliert- eher zurückhaltend und wir sind gespannt auf deren „Nationale Konferenz Elektromobilität am 15./16. Juni hier.
    Mit der WAVE dürfen wir dort jedenfalls am Morgen des 15.6. nicht vorfahren, da sollen nur „richtige Autos“ gezeigt werden … aber (wohl) keine „richtig im Alltag fahrenden“ !

    Also, dort wäre -nicht nur- m.E. ein weiterer guter Anlass diese Resolution zu kommunizieren und dazu sollten wir uns nochmal austauschen.

    PS: Am 23.5. haben wir hier einen neuen Weltrekord mit 577 E-Mobilen (aller Art) aufgestellt, und zwar unter erschwerten Bedingungen (s. http://www.bsm-ev.de)

    Ich wünsche gutes Gelingen auf dem Kirchentag
    und sonnigen Gruß aus Berlin.

  3. Der Partner „Landesnaturschutzverband“ verwundert uns – denn als es um eine Ausnahmegenehmigung für unsere Segway-Tour im Siebenmühlental ging, verwehrt dieser Verband eine Zustimmung. Pedelecs dürfen im Übrigen dort fahren – wir aber nicht, weil wir blödsinnigerweise gem. StVO als Kraftfahrzeug eingestuft sind. Überhaupt gibt es für uns so gut wie keine Wege – den gem. StVO dürfen wir nicht auf Strassen fahren sondern müssen auf Radwege. Gemeinden verweisen aber immer mehr auf Feldwege, dort verbietet uns das Verkehrszeichen 260 (Verbot für Kraftfahrzeuge) die Durchfahrt.

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